Exalted: The Boredom

Vor mehreren Jahren habe ich mit Begeisterung mehrere Exalted-Kampagnen geleitet. Eine Gelegenheit, auch mal Spieler eines Solaren Exaltierten hatte ich erst im Lauf dieses Jahres. Zum einen hielt mich die Furcht vor schlechten Spielleitern ab, die Exalted nicht verstanden haben, zum anderen hat es sich auch einfach nicht ergeben.

Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass mir Exalted so nun keinen Spaß macht. Als Solarer Exaltierter in einem excellenten Erzählspiel fehlt mir der Kick. Das liegt nicht am Spielleiter, in seiner Planescape-Runde habe ich sehr viel Spaß. Und würde er Exalted nicht als Erzählspiel leiten, sondern wie AD&D, dann wäre das Thema verfehlt.

Ich brauche Herausforderungen. Errungenschaften müssen tatsächlich welche sein, damit sie mir etwas bedeuten. Ohne diese Elemente bleibt lediglich schönes Charakterspiel. Aber das kann ich in jedem Spiel machen, und nicht immer, besonders an Wochentagen nach der Arbeit, habe ich die Muse dazu.

Nun ist es aber mein Wunsch, so zu leiten, wie ich es auch als Spieler vom Spielleiter erwarten würde. Folglich werde ich nie wieder eine Exalted-Solaren-Kampagne leiten. Ich habe die Materie falsch eingeschätzt und hätte auch als Spielleiter keine Freude mehr daran.

Was ich mir aber durchaus vorstellen könnte, wäre eine Drachenblütigen-Kampagne, Game of Thrones lässt grüßen. Das Machtlevel ist klar begrenzt, Zielspiel ist gesellschaftlicher Aufstieg, Charaktertode wären auch häufiger vertretbar.

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Published in: on September 10, 2011 at 1:09 pm  Comments (6)  

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6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Könntest du mal näher erläutern, wieso die Errungenschaften von Solaren „nicht wirklich welche sind“?

    Meine Meinung: das Setting von Exalted hat ein paar nette Ideen ist aber zu sehr Perfektions-verseucht. Wenn die SC richtig Mist bauen (weil sie die falschen Entscheidungen treffen), dann sollen sie bitte auch die Konsequenzen spüren, wenn ihretwegen die HÖLLE AUF ERDEN(tm) losbricht.

    Das Setting, wie es (gerade in der 2nd Edition) beschrieben wird, hat einfach zu viele „Sicherheitsnetze“, so dass Spieler diese Art von Konsequenzen niemals wirklich spüren werden, weil NSCs die Welt für sie reaprieren und den Status Quo wiederherstellen (das gleiche Problem wie in den Forgotten Realms also).

  2. Schön umschrieben, warum auch ich mich in einigen Rollenspielen, die ich früher mochte, nicht mehr wohlfühlte!

  3. @alexandro: Konsequenzen, na klar.
    Aber wenn ich bei AD&D im Kampf bin, geht es zu aller erst um das nackte Überleben. Bei Exalted geht es nur darum, ob ich mich mit Gewalt durchsetzen kann oder einen anderen Weg suchen muss. Tödlich wird es nur, wenn es sehr dumm läuft.
    Die Fangnetze der 2. Edition von Exalted kenne ich nicht, als ich geleitet habe gab es nur die 1. Edition.

  4. Das Problem denke ich ist, wenn man den Vergleich Ad&d und Exalted zieht. In Ad&d ist potentiell jeder Kampf gefährlich bzw. tödlich. Eine Solare Heldengruppe im Kampf zu fordern bedarf es schon einen recht starken Gegner. Die gibt es natürlich, aber nicht in der Frequenz und Heufigkeit wie in Ad&d. Sprich kleine Kämpfe kann man – um des Spielflusses willen – auch erzählerisch lösen, da sie für die Spieler ohnhin keine Herausforderung darstellen. Und alle zwei Spielsitzungen eine epische Schlacht zwischen Abyssals und Solaren durchzuziehen ist schon von der Kampfdauer eigentlich nicht wirklich spannend und eher nervig.

    Natürlich ist es sehr schwer Ad&d mit Exalted zu vergleichen. Ich denke wenn ich Exalted nochmal leite, wird es tendenziell einen Fokus auf Nachforschungen und Diplomatie haben.

    Der Spielleiter

  5. Es geht mir ja eigentlich gar nicht darum, Exalted und AD&D zu vergleichen, sondern darum, beim Rollenspielen Spass zu haben. 😉
    Dazu sehe ich in einer Solaren-Kampagne keine Möglichkeit mehr.

  6. Eine Solarenkampagne bietet halt vom Grundansatz nicht das was dir beim Spielen Spass macht. So zumindest hab ich es verstanden.
    Ich hatte hier letztens die Möglichkeit hier in den USA CoC zu spielen. Story telling ist auch einfach langatmiger, leider ist bis auf Ambiente und ein paar Leichen nix in 4 Stunden Spielzeit passiert. Muss sagen ich war auch recht ungeduldig und hoffte, dass irgendwann was BÄM mäßiges passiert. Aber ich glaub ich hab bei Storytelling allgemein bischen Probleme nach der Arbeit mich drauf einzulassen.


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