Fritz Leibers Einfluss auf D&D

Die Erleuchtung! Ich lese gerade Fritz Leibers Lankhmar-Romane und verstehe nun endlich D&D. Alles, was immer so absurd gewirkt hat, ist nun gerechtfertigt, sinnvoll und sogar notwendig:

  • Helden erforschen ständig irgendwelche Dungeons auf der Suche nach Schätzen – Leibers Helden Fafhrd und Gray Mouser machten es vor.
  • Außerirdische Bedrohungen und absurde Monster wie unsichtbare fliegende Riesenrochen – der Helden täglich Brot.
  • Killer-Dungeons locken Helden mit falschen Verheisungen an, damit sie den Tod finden – auf der Welt Nehwon kein Einzelfall.
  • Mega-Dungeons mit Pilzfarmen und Bewohnern, die miteinander im Krieg liegen – Fritz Leiber hat Gary Gygax die Vorlage geliefert.

Was heute zum Klischee geworden ist, war früher bahnbrechend – diese Erkenntnis sollte heutige Spielleiter durchaus ermutigen, bodenständiges Hartwurst, Hanswurst- und Bauernrollenspiel mittels Mut zur absurden Phantastik und Sword-and-Sorcery-Schurkenheldenspiel zu durchbrechen. Die Lektüre der Lankhmar-Reihe ist jedem Fantasy-Spielleiter zu besseren Verständnis dringend anzuraten. Der geneigte Leser wird in Leibers Werk übrigens Anlehnungen an Clark Ashton Smith und Lord Dunsany entdecken.

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Published in: on Oktober 16, 2011 at 11:06 am  Comments (12)  

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12 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich kann deine Aussage nur unterstreichen: Fafhrd und der Gray Mouser sind feinste Sword & Sorcery und zeigen, dass Herr der Ringe nur eine Nebenrolle bei der Entwicklung von D&D eingenommen hat. Zum Glück! 🙂

  2. Die Lektüre der Lankmahr-Reihe ist sowieso jedem anzuraten… 😉

  3. Definitiv.
    Und ich empfehle mal die geniale Neuausgabe bei der Edition Phantasia: http://www.edition-phantasia.de/leiber/index.html
    (Nein, ich verdiene daran nichts… :D)

  4. Die Lektüre überhaupt vieler Klassiker ist jedem anzuraten.
    Trotzdem danke ich für den Hinweis, der meinen Entschluss gestärkt hat. ^^

  5. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich vor 25 Jahren zum ersten Mal „Schwerter im Nebel“ las. Ich war schockiert vor Begeisterung.

    Aber noch um Längen besser wird’s, wenn man die Geschichten im Original liest…

  6. Leiber hab ich schon vor 30 Jahren oder so gelesen, daher ist mir das ganze auch nicht fremd. Lese ihn aber immer wieder gerne, aktuell gerade jetzt, weil ich doch mal wieder Barbarians of Lemuria leiten möchte.

  7. Ich habe mir auf der Messe in Essen die Lankhmar Bände geholt. Ich kann bisher nur unterstreichen, was du schreibst. Die Dinger erklären D&D eigentlich ganz gut.

    • Wobei Jack Vance und seine „Bücher der sterbenden Erde“ nochmals einen viel größeren Einfluss auf D&D hatten.
      (Gerade in Hinsicht Magie-System…)

      Leider sind die Bücher größtenteils OOP, jedenfalls die deutschen Ausgaben. Wer das nötige Kleingeld dafür ausgeben mag, kann evtl. noch Ausgaben der Edition Irle im Hardcover ergattern. (http://www.editionandreasirle.de/prog.htm)

      • Von Jack Vance wurde das Magiesystem übernommen, das ist korrekt, aber von Fritz Leiber stammt das Spielkonzept ansich (Abenteurer, Dungeons, Schätze plündern, Weltenreisen). Deshalb meine ich, Leibers Einfgluss ist größer. Aber das ist ja ein rein akademischer Streitpunkt ohne praktische Relevanz.

      • D’accord. 🙂
        Und da gibt es sicherlich noch mehr.
        Bücher der „alten“ Autoren wie Robert Howard, Karl Edward Wagner, Poul Anderson, E. R. Eddison etc. pp… haben sicherlich ebenso D&D mit geprägt.
        Natürlich sollte man diese Bücher mit einem anderen Anspruch als einige Werke von heute lesen – Spaß machen sie allerdings immer noch und man entdeckt darin vieles wieder, was nicht nur D&D sondern auch die Nachfolger eindeutig beeinflusst hat.

  8. […] Kafka. Bin mir nicht ganz sicher, ob der Ghoul genau das gemeint hat, als er unlängst in seinem Artikel über Fritz Leibers großartige Werke vom “Mut zur absurden Phantastik” schrieb. Aber an […]

  9. Ich habe Leiber ´(und auch vVance) erst kürzlich (innerhalb der letzten beiden Jahre) nachgeholt und bin absolut begeistert!


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