Was ich mir vom Tanelorn wünsche

Tanelorn.net ist mit 2 Mio. Beiträgen in 67000 Themen und knapp 4000 Mitgliedern das größte deutschsprachige Diskussionsforum für Rollenspiele. Es ist offensichtlich nicht leicht, ein derartiges Forum fair und konsequent zu moderieren. Gegrummel über Klüngelei, Sanktionen gegen Meinungsdissidenten und fehlende Willkommenskultur für Neulinge gab es schon länger.

Gegenwärtig nutzen Moderatoren ein System von Eskalationsstufen (Ermahnungen) unbekannter Anzahl (die Hausordnung schweigt sich darüber aus), bevor gelbe, gelbrote und rote Karten (Bann von 1 Woche, 1 Monat und dauerhaft) verhängt werden. Diese Karten stellen permanente Eskalationsstufen dar, so dass es sehr schnell und ohne Zwischen-Verwarnungen zu einer weiteren Farbkarte kommen kann.

Vor kurzem wurde dem berühmt-berüchtigten Teilnehmer S. aus heiterem Himmel eine gelb-rote Karte ausgesprochen, wegen „Provokation und Eskalation sowie Beleidigungen“. Als sich im Nachhinein herausstellte, dass die Moderatoren keinen konkreten Anlass für diese Sanktion belegen konnten, sondern sich in gegenseitige Widersprüche, Behauptungen an der Grenze zur Pöbelei und Flucht ins allgemeine ergingen, habe ich aus Enttäuschung dem Tanelorn vorerst den Rücken gekehrt. Erkenntnisse der Fehleinschätzung seitens der Moderatoren in der Hitze des Gefechts, eine Rücknahmen des Vorwurfs der Beleidigung, eine Entschuldigung oder gar eine Rücknahme der gelbroten Karte blieben aus.

Möglicherweise starte ich in einem halben Jahr, nach Wechsel der Forenführung, einen Versuch der Rückkehr, Anlässe für Meinungsaustausch und wechselseitigen Erkenntnisgewinn gibt es genug. Ich wünsche mit jedoch ein neuen Ansatz der Forenführung, bei dem man versucht, aus Fehlern zu lernen und das Vertrauen der Nutzer wiederzuerlangen.

Vertrauen durch Transparenz

  • Verfehlungen, für die Sanktionen verhängt werden, müssten klar benannt werden. Pauschale Behauptungen für Störung der Forumsharmonie sind unzulänglich.
  • Auch langjährige Nutzer und Forumstreffenteilnehmer müssten vom Pöbeln abgehalten werden.
  • Die Eskalationsstufen gelb und gelbrot sollten nicht dauerhaft sein. Mangels alternativer umfassender Diskussionsforen kann eine dauerhafte Strafe bei einer geringen oder unbeabsichtigten Verfehlung unverhältnismäßig sein.
  • Einer gelbroten oder roten Karte sollten, außer bei sehr klaren Vergehen, weitere Warnungen oder Verwarnungen vorausgehen können, so dass manche Vorwürfe entweder geklärt oder durch eine Entschuldigung des Hitzkopfs beigelegt werden können.

Ich verstehe durchaus die Sorge des Betreibers, reine Trolle möglichst schnell und effizient loszuwerden. Allerdings sollen auch schon Nutzer allein wegen des Gebrauchs von GROSSBUCHSTABEN gebannt worden sein. Daher fände ich es auch schön, wenn eine neue, reformierte Forenführung das neue Jahr mit einer Generalamnestie für gelbe, gelbrote und rote Karten begänne. Die Gefahr, dass reine Trolle, die nicht am Meinungsaustausch interessiert sind, zurückkehren, halte ich für gering. Aber das verlorene Vertrauen vieler, die freiwillig oder unfreiwillig das Tanelorn verlassen haben, könnte wiedergewonnen werden und würde gewiss mit gutem Willen beantwortet werden.

Zudem bietet die PESA, eine seit 13 Jahren unermüdlich aktive Vereinigung für die Interessen der am Spieltisch Unterdrückten, hiermit an, einen Beobachter in das zukünftige reformierte Tanelorn-Moderatoren-Team zu entsenden. Dieser Beobachter hätte kein Stimmrecht in Moderatorenentscheidungen, seine Rolle läge rein in der Berichterstattung gegenüber der Öffentlichkeit, ob Entscheidungen aufgrund formal korrekter Abläufe und sachlicher Diskussionen getroffen werden. Räumt das Team dem Beobachter das Anrecht auf eine interne Stellungnahme vor Sanktionen ein, kann der Beobachter möglicherweise Fehlentscheidungen unterbinden, zumindest wüssten die Moderatoren vor ihrer Entscheidung, wie der Beobachter sie sieht.

Warten wir ab, wie sich das Tanelorn inzwischen ohne PESA-Interventionen entwickelt. Der gegenwärtige Betreiber des Tanelorn unterliegt derweil selbst einem Bannstrahl (1, 2).

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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Jawohl, einen PESA-Ombudsmann, in Ermangelung einer Spielergewerkschaft!

  2. Gefühlt ist das Realsatire vom feinsten oder das beste Beispiel für Filterblasen ever.
    (Nur das kein Missverständnis entsteht, damit meine ich nicht das T: obwohl ich selber auch meine Kritikpunkte habe.)

    Ich sag mal, bevor es soweit kommt wie im Artikel hier gefordert oder im Pesa Forum erträumt übernehme + finanziere ich das T: selber.

    Ob ich meine Internetrechtschutzversicherung jetzt wegen des Betriebs von einem oder von 2 Foren habe ist auch schon egal.

  3. Update: Der Bannstrahl gegen Boba_Fett wurde aufgehoben:
    https://forum.rsp-blogs.de/index.php?topic=2843.msg26890;topicseen#msg26890

  4. „Zudem bietet die PESA, eine seit 13 Jahren unermüdlich aktive Vereinigung für die Interessen der am Spieltisch Unterdrückten, hiermit an, einen Beobachter in das zukünftige reformierte Tanelorn-Moderatoren-Team zu entsenden.“
    Geht es nicht auch eine Nummer kleiner? Herablassend bis zum geht nicht mehr und gleichzeitig peinliche Selbstbeweihräucherung. Aber passt zu so manchem was man so hört.

    Hättest nur noch sagen müssen, das ihr die wahren RPGler seit und allen die nicht eure Art zu spielen gut finden, das abzusprechen. Würde zu dem Erguss hier passen.

    • @lowfyr: Selbstverständlich könnten auch andere Gruppierungen, bspw. eine Tanelorn-Leservereinigung u.ae., von einem Beobachter-Status profitieren. Die PESA beansprucht hier keineswegs einen Sonderstatus für sich!


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