Das neue FAQ – Im Wandel der PESA

Häufig gestellte Fragen und Antworten in der neuen inklusiven Ausgabe:

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Wer hat in der deutschen OSR-Szene die längsten Ohren?

Antwort: Der Seifenkisten-Moritz, denn ich habe sie ihm langgezogen, weil er vor lauter Gruftschrecken keine Zeit findet, wie versprochen die Einsendungen zum Rollenspielgedichte-Challenge des GRT 2021 zu veröffentlichen.

Wenn das so weitergeht, wird es wohl zum GRT 2022 zur Kürung eines OSR-Antipapstes kommen!

Published in: on Juli 16, 2021 at 2:20 pm  Comments (3)  
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Neuigkeiten von der Schwarzen Flagge

Renaud Maroy, Autor von Pavillon Noir, berichtet nach einer langen Stillephase Dramatisches, aber auch Erfreuliches. Originalnachricht bei Black Book Editions, Übersetzung wie folgt: (mehr …)

Published in: on Januar 18, 2021 at 1:07 pm  Kommentar verfassen  
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Deutschland hat ein Antisemitismus-Problem!

Glumbosch, seines Zeichens Aventurien-Fan, hat antisemitische Klischees in DSA-Publikationen aufgedeckt (zu seinem Blog-Artikel). Wie zu erwarten gibt es heftige Gegenreaktionen im DSA-Forum (Link) und auf Facebook. „Nestbeschmutzern“ geht es immer so, das ging Kritikern genau so, als in einer Publikation eines anderen Rollenspielverlags ein Foto von Heydrich entdeckt wurde [Satz nachträglich editiert], mit der verharmlosenden Untertitelung „Bei der Polizei“ (mutmaßlich ein Versehen, ich will auf dieser alten Geschichte nicht groß herumreiten).

Zurück zum aktuellen Skandal, dem „Grolm-Gate“: Glumbosch wird vielfach kritisiert, weil er, obwohl er sich um Ausgewogenheit bemüht, bei einigen seiner Anmerkungen, Belegen und Kritikpunkten etwas übereifrig auftritt. Seine Kernargumente jedoch bleiben bisher unwiderlegt: Die DSA-Box „Dunkle Zeiten“ birgt offenbar eine ungesunde Verquickung problematischer Motive – Gier, Hang zum Betrug und Hässlichkeit als Merkmale eines Volkes, daraus folgend Vertreibung und Genozid. Wie Glumbosch nahelegt, hat man in der DSA-Redaktion inzwischen erkannt, dass hier antisemitisch interpretierbare Klischees ausgeschlachtet wurden, und steuert dem subtil entgegen, indem man sich längst um eine weniger offensichtlich mit judenfeindlichen Stereotypen korrespondierende Beschreibung der Grolme bemüht. Nachdem der Skandal nun aber extern hochgekocht ist, wäre es angemessen wenn sich Ulisses Spiele offiziell von den problematischen Teilen jener Box distanzieren und eine Korrektur der fiktiven Geschichte Aventuriens zur Verfügung stellen würde.

Eine Vielzahl der Kritiker Glumboschs versucht derweil, ihn zu diskreditieren, ihm als Nicht-Juden das Recht abzusprechen, sich zum Antisemitismus zu äußern, wo doch einzelne Juden DSA in Schutz nehmen, oder sie finden allerlei fadenscheinige Begründungen, warum es in Ordnung sei, wenn das von Klischees lebende DSA auch antisemitische Klischees nutze.

Dies sind höchst problematische Argumentationen. Deutschland hat eine historische Verantwortung, vor der wir uns, so unangenehm sie sein mag, nicht drücken dürfen. Die Shoah allein war mehr als fürchterlich, doch Juden wurden nicht erst zur Nazizeit von Deutschen verfolgt, und ihre Verfolgung endete nicht mit dem Nationalsozialismus: Das Halle-Attentat von 2019 sollte uns doch wachgerüttelt haben! Hat es nicht, wenn ich lese, mit welcher Unbedarftheit eine Menge Leute ihre Meinung ins Internet ergießen. Aus den Reaktionen auf das Grolm-Gate folgere ich: Deutschland hat ein Antisemitismus-Problem. Der Zentralrat der Juden hat leider recht: Antisemitismus in Deutschland geht nicht nur von „den“ Muslimen aus (die Abwertung von Muslimen und die Pauschalisierung sind übrigens auch Rassismus), sondern in Form von latentem Antisemitismus kreuz und quer aus der breiten Gesellschaft (Link).

Das stimmt mich traurig. Die vierte Strophe von Heinrich Heines Weberlied kommt mir in den Sinn. Deutschland hat ein Antisemitismus-Problem.

Was ich mir vom Tanelorn wünsche

Tanelorn.net ist mit 2 Mio. Beiträgen in 67000 Themen und knapp 4000 Mitgliedern das größte deutschsprachige Diskussionsforum für Rollenspiele. Es ist offensichtlich nicht leicht, ein derartiges Forum fair und konsequent zu moderieren. Gegrummel über Klüngelei, Sanktionen gegen Meinungsdissidenten und fehlende Willkommenskultur für Neulinge gab es schon länger.

Gegenwärtig nutzen Moderatoren ein System von Eskalationsstufen (Ermahnungen) unbekannter Anzahl (die Hausordnung schweigt sich darüber aus), bevor gelbe, gelbrote und rote Karten (Bann von 1 Woche, 1 Monat und dauerhaft) verhängt werden. Diese Karten stellen permanente Eskalationsstufen dar, so dass es sehr schnell und ohne Zwischen-Verwarnungen zu einer weiteren Farbkarte kommen kann.

Vor kurzem wurde dem berühmt-berüchtigten Teilnehmer S. aus heiterem Himmel eine gelb-rote Karte ausgesprochen, wegen „Provokation und Eskalation sowie Beleidigungen“. Als sich im Nachhinein herausstellte, dass die Moderatoren keinen konkreten Anlass für diese Sanktion belegen konnten, sondern sich in gegenseitige Widersprüche, Behauptungen an der Grenze zur Pöbelei und Flucht ins allgemeine ergingen, habe ich aus Enttäuschung dem Tanelorn vorerst den Rücken gekehrt. Erkenntnisse der Fehleinschätzung seitens der Moderatoren in der Hitze des Gefechts, eine Rücknahmen des Vorwurfs der Beleidigung, eine Entschuldigung oder gar eine Rücknahme der gelbroten Karte blieben aus.

Möglicherweise starte ich in einem halben Jahr, nach Wechsel der Forenführung, einen Versuch der Rückkehr, Anlässe für Meinungsaustausch und wechselseitigen Erkenntnisgewinn gibt es genug. Ich wünsche mit jedoch ein neuen Ansatz der Forenführung, bei dem man versucht, aus Fehlern zu lernen und das Vertrauen der Nutzer wiederzuerlangen.

Vertrauen durch Transparenz

  • Verfehlungen, für die Sanktionen verhängt werden, müssten klar benannt werden. Pauschale Behauptungen für Störung der Forumsharmonie sind unzulänglich.
  • Auch langjährige Nutzer und Forumstreffenteilnehmer müssten vom Pöbeln abgehalten werden.
  • Die Eskalationsstufen gelb und gelbrot sollten nicht dauerhaft sein. Mangels alternativer umfassender Diskussionsforen kann eine dauerhafte Strafe bei einer geringen oder unbeabsichtigten Verfehlung unverhältnismäßig sein.
  • Einer gelbroten oder roten Karte sollten, außer bei sehr klaren Vergehen, weitere Warnungen oder Verwarnungen vorausgehen können, so dass manche Vorwürfe entweder geklärt oder durch eine Entschuldigung des Hitzkopfs beigelegt werden können.

Ich verstehe durchaus die Sorge des Betreibers, reine Trolle möglichst schnell und effizient loszuwerden. Allerdings sollen auch schon Nutzer allein wegen des Gebrauchs von GROSSBUCHSTABEN gebannt worden sein. Daher fände ich es auch schön, wenn eine neue, reformierte Forenführung das neue Jahr mit einer Generalamnestie für gelbe, gelbrote und rote Karten begänne. Die Gefahr, dass reine Trolle, die nicht am Meinungsaustausch interessiert sind, zurückkehren, halte ich für gering. Aber das verlorene Vertrauen vieler, die freiwillig oder unfreiwillig das Tanelorn verlassen haben, könnte wiedergewonnen werden und würde gewiss mit gutem Willen beantwortet werden.

Zudem bietet die PESA, eine seit 13 Jahren unermüdlich aktive Vereinigung für die Interessen der am Spieltisch Unterdrückten, hiermit an, einen Beobachter in das zukünftige reformierte Tanelorn-Moderatoren-Team zu entsenden. Dieser Beobachter hätte kein Stimmrecht in Moderatorenentscheidungen, seine Rolle läge rein in der Berichterstattung gegenüber der Öffentlichkeit, ob Entscheidungen aufgrund formal korrekter Abläufe und sachlicher Diskussionen getroffen werden. Räumt das Team dem Beobachter das Anrecht auf eine interne Stellungnahme vor Sanktionen ein, kann der Beobachter möglicherweise Fehlentscheidungen unterbinden, zumindest wüssten die Moderatoren vor ihrer Entscheidung, wie der Beobachter sie sieht.

Warten wir ab, wie sich das Tanelorn inzwischen ohne PESA-Interventionen entwickelt. Der gegenwärtige Betreiber des Tanelorn unterliegt derweil selbst einem Bannstrahl (1, 2).

A Ghoulish Song of Ice and Fire

In Wahrheit verhält es sich folgendermaßen, wie Euer ghulischer Chronist zu berichten weiß: (mehr …)

Published in: on Mai 22, 2019 at 10:17 am  Kommentar verfassen  
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Worte eines Ghouls wider das Schummel-Erzählspiel

Spielleiter, die Würfelergebnisse nach der Rule of Cool ignorieren, Regelwerke, die lehren, eine gute Geschichte sei wichtiger als ein unglückliches Würfelergebnis, obskurantistische Blogger, die zweifelhafte Rechtfertigungen für Schummel-Erzählspiel – SchErz – schreiben, verbreiten eine schädliche Ideologie. Man darf ihre Argumente nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen. Dies sind die Gründe, warum Schummel-Erzählspiel so verwerflich ist: (mehr …)

Published in: on April 17, 2018 at 8:45 am  Comments (10)  
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Spielleiter-Typen

Schräge Vögel, diese Spielleiter! Sie quälen uns, langweilen uns, halten uns klein, dann kategorisieren sie uns Spieler zu allem Überfluss noch nach Laws eindimensionalen Spielertypen. Nun ist es an der Zeit zurückzuschlagen! Kenne Deinen Spielleiter, benenne seine Fehler, verstehe seine Motivationen, mit Hilfe des universellen Klassifizierungssystems für Spielleiter.

Dies sind die Spielleiter-Typen, so ticken sie, hier sind ihre Motivationen endlich offengelegt: (mehr …)

Das große PESA-FAQ

Häufig gestellte Fragen und Antworten, 3e édition :

Was ist die PESA?

Die PESA – la prussienne équipe de support d’aventure – ist das erste deutschsprachige verlagsunabhängige Support-Team, welches sich nicht für ein Spiel, sondern für die Spieler einsetzt. Unsere Mission ist der Kampf gegen die Langeweile am Spieltisch. Langeweile ist kein Unfall und keine Naturgewalt. Sie wird verursacht durch schlechte Regelwerke, schlechte Spielleiter und schlechte Rollenspieltipps. Diesen unerbittlich entgegenzutreten gebietet uns der kategorische Imperativ.

Was ist ARS?

ARS steht für Abenteuerrollenspiel. Es unterscheidet sich vom Erzählspiel dadurch, dass neben Handlung, Personnagenidentifikation und atmosphärischer Kampagne der Nervenkitzel entscheidend zum Spielspaß beiträgt. Dies wird erreicht durch unmanipulierten Gebrauch des Zufallsgenerators Würfel und durch taktischen Umgang der Spieler mit den vorhandenen Regeln zum Zwecke der Beherrschung des Unbeherrschbaren – des Zufalls. Dies hat zur Folge, dass auch einfache Kämpfe unvorhersehbare Wendungen nehmen, im Abenteuer nicht beschriebene Handlung entsteht und Kampagnenentwicklungen nicht immer planbar sind. Folglich kann man Abenteuer erleben statt einfach nachzuspielen, man kann gewinnen und verlieren. Es geht um Herausforderungen, und um den strategischen Umgang mit Risiko und mit Ressourcen. Das Überleben eines Charakters oder gar das Bestehen des Abenteuers ist nicht gesichert, die verdienten Erfolgsgefühle stellen sich dann aber um so größer ein.

Welche Spiele kann ich denn überhaupt PESA-konform spielen?

Die PESA führt eine Liste recommendierter Spiele mit PESA-Gütesiegeln und Warnhinweisen. Letztendlich entscheidet jedoch nicht die officielle Liste, sondern die Einstellung des Spielleiters zur Sittlichkeit über die PESA-Konformität und Excellence eines Rollenspiels.

Ich bin ein erfolgreicher Rollenspielautor, aber in meiner Hausrunde laufen mir die Spieler davon. Wie kann ich sie zu besseren Rollenspielern erziehen?

Oh je, da gibt es Nachholbedarf. Am besten Du absolvierst erst einmal das officielle PESA-Curriculum, dann dürften sich Deine Probleme in Luft auflösen.

Was habt Ihr eigentlich gegen pbtA und Fate?

Alles erdenkliche an Hieb-, Stich-, Schuss- und Wurfwaffen, vergiftete, magische, rüstungsbrechende, heilige und un-.

Wie wichtig sind innere Konflikte für das Charakterspiel?

Ungemein wichtig, wenn das Spiel derart langweilig ist, dass sich keine interessanten Herausforderungen durch die Interaktion mit der Spielwelt ergeben. Wo der Taschenlampenfallenlasser (TLFL) floriert, ist auch die Nabelschau des inneren Konflikts nicht weit. Ennuyant et ennuyeux !

Was ist unter SchErz zu verstehen?

SchErz – Schummelerzählspiel. Der Spielleiter missbraucht den Spielleiterschirm, um Würfelergebnisse nach seinen verqueren Vorstellungen von Drama zu verfälschen. Wer die Spielkultur durch Schummelei besudelt, sollte sich jedoch nicht über schummelnde Mitspieler wundern. SchErz ist die unsittliche Antithese des ARS.

Aber muss der SL nicht manchmal Würfel drehen, um die Kontrolle zu behalten?

Schummeln ist immer unsittlich und zeugt von Charakterschwäche. Ein schummelnder Spielleiter ist ein schlechter Spielleiter, der sich vor Kontrollverlust fürchtet. Nur besonders langweilige Menschen hegen überhaupt den Wunsch, als SL die Spieler und den Plot zu kontrollieren. Übermäßige Kontrollsucht führt zur Ploteisenbahn und diese zu gähnender Langeweile. Dies kann nur wollen, wer sich vor unerwarteten Wendungen und Überraschungen fürchtet. Halten wir also fest: Wer schummelt hat Angst und ist ein Langeweiler! Ein schummelnder Spielleiter ist ein SCHLECHTER Spielleiter!

Müsstet Ihr nicht eigentlich EPSA heißen?

Angesichts der Bedeutsamkeit unserer équipe für die deutschsprachige Rollenspielszene erlauben wir uns bewusst eine gewisse poetische Freiheit in der hervorhebenden Positionierung des Adjektivs prussienne.

Held, Figur oder „Charaktär“?

Da sind die PESA-Richtlinien ganz eindeutig: Personnage. Speziell für Cthulhu der siebten Edition gestattet die PESA auch die Nutzung des Begriffs Investigateur.

Aus dem Ghoultunnel-Archiv

Der Ghoultunnel II (bei blogg.de) ist offline. Damit sind sowohl mehr als auch weniger lesenswerte Artikel verschollen. An manche Artikel kann ich mich selber gar nicht mehr erinnern. Da hilft nur noch die Wayback Machine (Internet Archive).

Ich werde zumindest das Material zum Setting „Unter der Drachenklaue“ ausgraben und neu veröffentlichen. Vielleicht brauche ich es ja selber eines Tages noch.

Published in: on Juni 22, 2016 at 4:14 pm  Kommentar verfassen