Alarith dichtet wieder

Original: Charles Baudelaire. Übersetzung: meine. Widmung: allen LARP-Dämoninnen. Trigger-Warnungen: Dunkelromantik, Haare.





Ein Antlitz voller Verheißungen





Ich liebe, bleiche Schöne, deine Brauen,

Aus denen du die Finsternis entlässt.

Der Augen Schwärze lässt mich schauen

Visionen, die gewiss kein Totenfest.





Die Augen passen schwarz zu deinem Haar,

Der Mähne von einer Meduse,

Und voll Verlangen schrein: „Du willst, wohl wahr,

Geliebter der plastischen Muse,





Von uns erregte Hoffnung stillen.

Gelüste alle die dich packen

Solln Wahrheit finden, dir zu Willen,

Vom Nabel zu den Hinterbacken.





Sieh, an zwei schöner schwerer Brüste Ende

Zwei Messingorden groß mich zieren.

Bauchabwärts Samt erwartet deine Hände,

Weich wie Fell von Pantertieren.





Das üppige Geflecht zur Schwesternschaft gereicht

Jenes Hauptes Haarespracht,

Die weich und wohlfrisiert, und dir an Dichte gleicht,

Sternenlose dunkle Nacht!“





Alarith,

Dichter des Abgrunds


			
Published in: on September 13, 2021 at 4:07 pm  Kommentar verfassen  
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Wer hat in der deutschen OSR-Szene die längsten Ohren?

Antwort: Der Seifenkisten-Moritz, denn ich habe sie ihm langgezogen, weil er vor lauter Gruftschrecken keine Zeit findet, wie versprochen die Einsendungen zum Rollenspielgedichte-Challenge des GRT 2021 zu veröffentlichen.

Wenn das so weitergeht, wird es wohl zum GRT 2022 zur Kürung eines OSR-Antipapstes kommen!

Published in: on Juli 16, 2021 at 2:20 pm  Comments (3)  
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Verse eines Tieflings auf Mythodea

 

Der Wunsch nach Leere

 

Du sahst mich an, Viinshar, und ich

Begann vor Lust zu beben.

Dein Blick – ein Mahlstrom! Elendig

Schwand mir der Wunsch zu leben.

 

Mit Augen schwarz wie Zwischenraum

Der fremdartigsten Sterne

Ließt Du mich Leere spüren. Kaum

Geschah’s – du warst schon ferne.

 

Der Seele graues Loch begafft,

Gingst Du an mir vorüber.

Ich flehte, doch ein Quentchen Kraft

Blieb wie zum Hohn mir über.

 

Der Traum vom ätherweißen Haar

Gab mir ein Loch als Seele,

Als Herz ein leeres Fass, Viinshar,

Dass ich mich nurmehr quäle.

 

Der Traum vom ätherweißen Haar,

Vom Schatten deiner Brüste,

Verödet meinen Geist, Viinshar,

Statt Weltmeer bin ich Wüste.

 

Ach, Leere, komm, ereile mich!

Soll ich mich dir ergeben? —

Tritt an mein Bett, Viinshar, und ich

Erfülle dich mit Leben!

 

 

Alarith

Dichter des Abgrunds