Die Große Einheitskirche des Bahul-Behemoth

Unter der Drachenklaue, Teil 3. Erneute Veröffentlichung eines nicht mehr verfügbaren Artikels.

„Willkommen im Tempel des Bahul-Behemoth, Fremder. Er, der gibt und nimmt, Bahul-Behemoth, der Bewahrer, der Erhabene, ist ein Gott der einfachen Menschen wie der edlen Drachen. Er weißt uns den Weg. Sieh sein Idol: Ein gewaltiger Wyrm, der eine Wage in seinen Klauen hält, ist Sein Sinnbild. Er schenkte alles Leben, Er nimmt es auch wieder und geleitet uns in die Anderwelt.
Von Ihm lernen wir, dass Menschen das Gleichgewicht achten und Mäßigkeit üben müssen. Das Leben ist ein stetes Geben und Nehmen. Tue Gutes, und sei bereit, Gutes von anderen in Anspruch zu nehmen. Nichts ist umsonst oder darf umsonst gegeben werden. Sei grausam und sei bereit, Schlimmes zu erleiden, den dein Tun hat seinen Preis. Wer glaubt, ein unausgeglichenes Dasein ausüben zu müssen, der versündigt sich, gleich ob er selbstlos ist oder anmaßend und unersättlich.
Ein extremes Dasein zu führen, das ist allein Vorrecht der edelsten und erhabensten Seelen auf dieser Welt – den Drachen, unseren verehrten Despoten, die über uns wachen. Sie sind die ungebändigten Pole und Gegenpole der Natur. Daher ist es auch ihr Vorrecht allein, Magie zu nutzen, die uns Menschen verboten ist und uns korrumpiert.
Aus demselben Grund ist uns auch die Anbetung von Götzen verboten – Bahul-Behemoth ist der einzige Gott! Denke nur an die bösen Erzmagier von einst: Sie gaben sich ihren Gelüsten hin, herrschten unmäßig und zügellos und verehrten Götter der Perversion. Sie brachten unsere Welt an den Rand des Abgrunds, bis sich die edlen Drachen erhoben und die verdorbenen Arkanisten vom Antlitz der Erde fegten. Sie lehrten uns auch das Wissen um den Bewahrer.
Preiset Bahul-Behemoth denn er ist unser Gott!“
– Kyrilia Tempur, Oberin der Bahul-Kirche in Akhaz.
Bahul-Behemoth
Gesinnung: absolut neutral.
Domänen: Schutz, Wissen, Tod.
Heilige Waffe: Sichel (der „Wyrmzahn“).Religion:
Bahul-Behemoth ist auf anderen Welten meist nur Drachen und wenigen Gelehrten bekannt. Erst nach dem Drachenkrieg wurde er hier bekannt – und zum einzigen legalen Gott ernannt. Die Drachen einigten sich auf ihn als für die Menschen am geeignetsten, um sie an schädlichem Treiben zu hindern, im wahrsten Sinne zähneknirschend, denn es war ein mühevoller Kompromiss.
Nun hat der Bewahrer also menschliche Anhänger und Tempel in allen Städten.
Aufgabe der Priesterschaft ist es, die Menschen zu geleiten und sie an extremen Taten (z.B. einer Revolution gegen die Drachen-Despoten oder dem Anhäufen von zu viel Macht) zu hindern, im Dienste des kosmischen und seelischen Gleichgewichts.
Magie („Gebete“) über dem 2. Grad darf generell nur innerhalb des Tempels gewirkt werden. Dienstleistungen („Wunder“) müssen stets korrekt (gemäß Regelwerk) bezahlt werden. Bahul gibt und nimmt. Tränke, Schriftrollen oder andere „Reliquien“ werden grundsätzlich nur an Priester ausgehändigt – die Gläubigen können schließlich in den Tempel kommen, wenn sie Heilung brauchen.
Doch existieren verschiedene Strömungen innerhalb der Kirche, die sich von den neutral gesinnten Dogmatikern unterscheiden.

Die Augen Bahuls
Die rechtschaffen-neutralen Kleriker und die neutral-bösen befassen sich mit der Überwachung der Bevölkerung: Arkanisten und Häretiker sind ihre Feinde. Je nach Gesinnung tendieren sie zu peniblen bis gehässigen Gesetzesauslegungen, aus Rechtsbewusstsein oder aus Geilheit an Macht und innerer Boshaftigkeit. Mittlere bis schwere Vergehen werden mit Verfütterung an den Despoten oder (seltener) untotem Tempeldienst geahndet.

Die Mildtätigen und die Schismatiker
Nicht alle Kleriker Batuls heißen gut, dass das metaphysische Gebot des Gebens und des Nehmens so streng auf die Kirchenvorschrift der entgeltlichen Gebete angewandt wird. Mildtätige Kleriker lindern auch manchmal, wenn kein Kirchenoberer hinsieht, die Gebrechens eines Bedürftigen, der sicher zu einer anderen Zeit auf anderem Wege auch anderen Menschen helfen wird und so die Gebote Bahuls wohl erfüllt.
Einige neutral-gute Schismatiker wenden sich noch entschiedener gegen die Kirchendoktrin. Sie halten es für eine Fehlinterpretation des Willens Batuls, dass ein jeder stets ebenso auf das Nehmen bedacht sein soll wie auf das Geben. Ihnen geht es um das gesamte Gleichgewicht der Gesellschaft, denn wo viel Leid und Böses geschieht, muss auch viel Gutes getan werden, so glauben diese Kleriker. Auch wenn sich jeder einzelne in Mäßigung übt, so hat er nicht die Gelegenheit ein exaktes Gleichgewicht seiner Taten zu schaffen, und darum soll es (nach ihrer Auffassung) auch nicht gehen.
Selbstverständlich sind Schismatiker in der offiziellen Kirche nicht erwünscht. Und ebenso selbstverständlich eignen sie sich ausgezeichnet als Spielercharaktere.

Zunge und Ohr
Einige wenige Kleriker Bahul-Behemoths sind chaotisch-neutral gesinnt. Nun ist es Aufgabe der Kirche, die Ordnung zu wahren und Pflicht der Menschen sich zu mäßigen. Doch diese Priester sehnen sich nach Veränderung, Verbesserung, Fortentwicklung der Gesellschaft und ihres jeweiligen Despoten. Ihm, dem Drachen, ist es erlaubt, Veränderung zu bringen. „Zunge und Ohr“ nennt man jene Verschwörer innerhalb der Kirche, die versuchen, in Audienzen dem Despoten Ideen, die an Größenwahn grenzen, schmackhaft zu machen, als seien sie seine eigenen.

Übrigens ist Juni 2016 RSP-Blog-Karneval zum Thema Drachen. Man folge dem Link zu zahlöreichen Beiträgen weiterer Autoren zum Thema Drachen.
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