Die Anrufung der Heiligen Corona in AD&D (1E)

Da heute Corona ist, also der Tag der Schutzpatronin der Schatzsucher, ist ein guter Zeitpunkt gekommen, um die Anrufung der christlichen Himmelsmächte auch für die 1. Edition von AD&D zu regeln (s. Link: AD&D2-Version: Christliche Kleriker).

Priester und ihre Gebete

Nur die frommsten Geistlichen (s.u.: „Gelübde“) erhalten durch Gottes Gnade die Möglichkeit, durch Zauber Wunder zu wirken. Die meisten Priester und Mönche unterhalb Bischofs- oder Priorsrang haben nicht die Charakterklasse „Kleriker“ und keinen Zugriff auf Zauber.
Christliche Kleriker (im Sinne der Charakterklasse) rufen in ihrem Gebet immer Gott den Herrn an, können aber noch zwei weitere himmlische Gestalten in das Gebet einfügen, um zusätzlichen Zugriff auf deren Wunderwirken zu erhalten. Entsprechend der Zusammenstellung des morgendlichen Gebets ist der Kleriker in seiner täglichen Spruchauswahl beschränkt (wie der Kenner sofort sieht, sind die zur Nekromantie zählenden Heilzauber also stets verfügbar):

Gott der Herr: Nekromantie (Necromancy)

Jesus Christus / Heiliger Geist / Dreifaltigkeit: Bannzauber (Abjuration), Verwandlung (Transmutation)

Jungfrau Maria, Mutter Gottes: Anrufung (Invocation), Herbeirufung (Conjuration)

Erzengel Michael: Bannzauber (Abjuration)

Georg von Kappadokien / Demetrios von Thessaloniki: Hervorrufung (Evocation)

Ägidius: Beschwörung (Summoning)

Eustachius / Korbinian: Bezauberung (Charm)

Iwan Rilski (Johann vom Rila-Gebirge): Verzauberung (Enchantment)

Christophorus / Nikolaus von Myra: Veränderung (Alteration)

Corona / Matthäus: Erkenntnis (Divination)

Häretiker wie Katharer und Bogumilen unterliegen anderen Zugriffsregeln, Juden und Muslime ebenfalls.

 

Gelübde

Christliche Kleriker müssen, um als fromm genug zu gelten, Zaubersprüche gewährt zu bekommen, mehrere Gelübde ablegen.

Zunächst gelten Keuschheit und Zölibat. Letzteres gilt auch für orthodoxe Bischöfe, denn nur die untersten orthodoxen Priester dürfen verheiratet sein. Für fromme Spielercharaktere gilt jedoch die Not­wendigkeit höchster Tugend! Spielercharaktere müssen daher noch zusätzlich eine besondere Frömmigkeit durch eines der folgenden zusätzlichen Gelübde beweisen:

  • Armutsgelübde: 90% ihrer Einnahmen müssen der Kirche oder den Armen, Witwen und Waisen gespendet werden, außerdem darf nur das Notwendige für ihre Aufgaben angespart werden (s. Paladin).
  • Fastengelübde: Der Fromme verzichtet auf Fleischkonsum und jegliche Völlerei und trinkt ausschließlich Wasser (ein zeremonielles Nippen am Messwein ist gestattet). Als Folge der Mangelernährung ist die natürliche Heilrate des Charakters auf 1 TP pro Tag beschränkt und Rettungswürfe gegen Lähmung, Gift und Todesmagie werden um -2 erschwert.
  • Waffengelübde: Die selbstauferlegte Beschränkung auf Wuchtwaffen (keine Klingen, keine Spitzen) im Kampf, als Symbol der Abneigung Blut von Gottes Geschöpfen zu vergießen.

Für Katholiken, die dem Heiligen Benedikt nachzueifern gedenken, kommt auch folgendes Gelübde in Frage:

  • Kasteiungsgelübde: Der Charakter erhält seine täglichen Zaubersprüche nur, wenn er sich im Rahmen seiner morgendlichen Meditation durch Selbstgeißelung 1W3 Schadenspunkte zufügt (Gnade Gottes: Charakteren mit 1 bis 3 Trefferpunkten verbleibt nach der Kasteiung zumindest 1 TP).

Kleriker, die kein Waffengelübde abgelegt haben, haben also keine Einschränkungen in Bezug auf die Verwendung von Waffen.

 

Charakterkonzepte

Mönch, Nonne, Kleriker, Eremit, Inquistor (nur katholisch), Ordensritter (nur katholisch; die meisten Ordensritter sind jedoch reine Kämpfer).

Die Gesinnung muss rechtschaffen sein. Die Gebete korrupter Kleriker werden nicht erhört; für derartige Charakterkonzepte eignen sich eher die Charakterklassen Kämpfer oder Dieb.

Published in: on Mai 14, 2020 at 5:57 am  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Schön. Ist das so gedacht, dass es eigentlich keinen Grund gibt, den Erzengel Michael anstelle von Jesus Christus anzurufen?

    • Gläubige haben ja auch bei den Heiligen die Wahl, bspw. Corona oder Matthäus, wenn es um Erkenntnis zur Schatzsuche geht.


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