Haus 2: Pulverdampf und Paukenschlag

Zweiter Spielbericht aus meiner Kampagne „Das Haus der verlorenen Seelen“, in welchem die namenlose Familie ein geliebtes Mitglied verliert und das Anwesen seinen Namen preisgibt. Außerdem wird wieder schwarze Milch konsumiert.

Personnagen: Die Zöglinge Abraham, Adamus, Bertha, Emily, Lydia und Vladimir.

Zugang zum Roten Bereich

Den Protagonisten der letzten Expeditionen schloss sich nun ihr kleiner Bruder Vladimir an. Um Vladi ordentlich auszustatten, der noch ein wenig betreten war, weil seine Schwestern ihm neulich sein Jagdwams entwendet und auf weibliche Maße umgeschneidert hatten, begab man sich zunächst in die Waffensammlung im Gelben Bereich, wo noch eine skelettierte Abenteurergruppe besiegt werden musste. Dort kam Vladimir auf die Idee, die massive Tür mit dem komplizierten Schloss einfach mit der Arkebuse aufzuschießen. Das Schwarzpulver tat seinen Dienst, doch der Knall lockte ein widerliches Großungeziefer an, welches Lydias Feldharnisch und zahlreiche Waffen zu rostigem Staub zerbröseln lies, ehe es endlich unter Pfeil- und Fausthagel zu Boden ging.

Hinter der Tür lag ein rot gekachelter Säulengang. Hinter den Säulen lauerte das Grauen. Es dauerte nicht lange und mehrere Jungforscher waren durch die Klauen untoter Kreaturen gelähmt. Das Ergebnis lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: „Allen Kindern gelingt die Flucht – nur nicht Vladimir, den verspeisen die Ghule hier“.

Der Gelbe Bereich, treppauf, treppab

Nachdem sie sich von Schock und Wunden erholt hatten, zogen die unerschrockenen Monsterjäger erneut, Amme Ursulas Protest zum Trotz, hinaus, diesmal in Begleitung ihres Bruders Abraham.

Einige Kämpfe später (Zombies gegen Echsenmenschen, die Geschwister gegen die Echsenmenschen, Landneunaugen gegen die Geschwister) waren auch eine Räume erkundet und Beute gemacht. Es gab einen Ballsaal, der Tanzzuckungen verursachte, und eine unterrichtsfreudige Tanzlehrerin, ein verdächtiges rotes Zimmer („Redrum?“), eine Bibliothek mit erotischen Schriften (Adamus, Bertha und Emily bedienten sich) und einem esoterischen Werk zur „Anrufung der Unerbetenen“. Interessant war aber auch das Kaminzimmer mit einem großflächigem Gemälde verstörender Obszönität: Ein bestialischer weißer Stier trug eine verängstigte Prinzessin im Nachthemd durch die Nacht. Abraham sah sich gezwungen, das Bildnis mit dem Schwert zu zerschneiden, um der hypnotisierten Bertha und der völlig in Bann geschlagenen Emily den Anblick des wüsten tierischen Glieds zu unterbinden.

Das Kaminzimmer offenbarte jedoch mehr als nur anatomische Erkenntnisse: An der gusseisernen Verkleidung des Kamins war die Inschrift „Westarm House“ (oder eben Haus Westarm) zu lesen. Vielleicht nicht der Familienname, aber immerhin Name des Anwesens war nun bekannt. Bestand da nicht auch ein thematischer Zusammenhang mit dem Familenwappen?

Weitere Erkundungen folgten: Ein Massaker an Gnollen ward vollzogen, eine Kapelle der Dame des Weißen Weges erkundet und ein säurefurzender Riesenkäfer ausgemerzt. Seltsamerweise schien die staubige Kapelle nie benutzt worden zu sein: keine Reste von Wachs in den Kerzenhaltern, keine Rückstände von Flüssigkeiten im Weihwasserbecken. Waren die Eltern etwa nicht besonders religiös?

Das Musikzimmer erwies sich als weitaus faszinierender: Die Bleiglasfenster zeigten Szenen einer Feuersbrunst und eines Tsunami, erlaubten jedoch keinen Blick nach draußen. Die Instrumentensammlung war beachtlich, und wurde bereits von zwei freundlichen Mensch-Tier-Mutanten mit viel Begeisterung und wenig Talent durchprobiert. Die Bastardmenschen erzählten, wie sie aus den Diensten eines bösen Zauberers mit einem Teil seines Schatzes (säckeweise Kupfermünzen) entkommen waren und ein neues Zuhause suchten. Die Geschwister waren gerührt und nahmen die beiden, Schamm und Schlumm mit Namen, in ihre Dienste auf. Unter den Musikinstrumenten erwiesen sich einige als magisch, u.a. eine Violine mit der Gravur „E. Zann“, eine Flöte, die Stimmen und Geräusche zu imitieren vermochte, und ein Paar große Pauken. Letztere verursachten einen solchen Lärm, dass den Umstehenden die Trommelfelle platzten! Trost und Heilung fanden die Gehörgeschädigten an gewohnter Stelle – an Ursulas Brüsten und ihrer schwarzen Milch.

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Published in: on Mai 2, 2018 at 2:39 pm  Schreibe einen Kommentar  
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